Die Coronavirus-Epidemie rechtfertigt nicht das, was der Staat derzeit tut.

Eine freiheitliche Antwort wäre menschlicher und wirksamer

Image for post
Image for post

Was gegenwärtig wie ein Triumph des Staates ausschaut, ist tatsächlich eine große Katastrophe. Dennoch scheinen viele Menschen zu glauben, dass sie dankbar sein müssten, dass ihre Regierung in Anbetracht der Coronavirus Pandemie entschlossen gehandelt hat und die Grenzen geschlossen, die Wirtschaft blockiert und große Teile der Bevölkerung unter Quarantäne gestellt hat. Wieder einmal, so verlautbart die Regierung, war man alternativlos und „wir schaffen das schon“.

Image for post
Image for post

Die Möglichkeit, dass man ohne Staatszwang die Gefahr hätte bannen können, wurde von vornherein ad acta gelegt. Die Wahrheit jedoch ist, dass eine Gesellschaft, in der die Rechte des Einzelnen Vorrang haben, mit einer Pandemie besser umgehen kann als der autoritäre Staat.

In einer Privatrechtsgesellschaft würde die individuelle Freiheit an erster Stelle stehen. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und ist nach eigenem Ermessen bereit, anderen zu helfen. Auf diese Weise verlagert sich der Fokus auf den Schutz des Einzelnen durch sich selbst. Wie würde ein solcher Selbstschutz aussehen?

Eine Epidemie wird als kollektives Phänomen gekennzeichnet, gegenüber dem es nur eine kollektive Antwort gibt. Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass es letztlich auf die Resistenz jedes Einzelnen ankommt, in welchem Ausmaß jemand von der Infektion betroffen wird.

Image for post
Image for post

Wie Untersuchungen zur Letalität durch Infektionen zeigen, kommt dem individuellen Immunsystem bei der Überwindung der Infektion hohe Bedeutung zu. Menschen mit Immunschwäche sind die Hauptopfer von COVID-19. Für den Einzelnen ist die Lehre klar. Schutz vor dem Coronavirus heißt Selbstschutz und Selbstschutz erfordert Stärkung des eigenen Immunsystems.

Ob das Immunsystem einer Person gestärkt oder geschwächt ist, hängt von vielen Faktoren ab, die nicht nur physiologischer Natur sind. Einen starken Einfluss auf das individuelle Immunsystem übt das psychische Wohlbefinden aus und der Grad der persönlichen Autonomie. Bemessen an diesen Kriterien tun die meisten Regierung derzeit das Gegenteil von dem, was richtig wäre.

Das Bündel von Maßnahmen, das viele Regierungen in Europa und in Amerika zusammengestellt haben, zerschlägt wie mit einem Vorschlaghammer die individuelle Immunität. Zu Hause eingesperrt zu sein mit großen Sorgen um Arbeit und Geld ist eine Katastrophe für Körper, Geist und Seele. Die angeblich zu Schützenden werden so zu Opfern.

Image for post
Image for post

Entweder sind die Regierungen unwissend oder sie verhalten sich wie Kriminelle, wenn sie sich darauf konzentrieren, die Infektionsrate zu verlangsamen, während ihre Maßnahmen zur Abflachung der Kurve die Bevölkerung anfälliger für die Erkrankung mit COVID-19 machen. Indem die Regierungen Maßnahmen implantieren, die die Immunität der Menschen schwächen, erzeugen sie jene Katastrophe, von der sie sagen, dass sie sie verhindern wollen.

In einer staatslosen Gesellschaft, die auf den Prinzipien des Libertarismus basiert, würde die Konfrontation mit dem Coronavirus keine Schließung der Wirtschaft erfordern. Das gesellschaftliche Leben könnte und sollte so weitergehen wie bisher, wie es derzeit beispielsweise in Schweden noch der Fall ist. Es würde keinen wirtschaftlichen Zusammenbruch und keine Panik geben. Große Angst und Verzweiflung würden vielen Menschen erspart bleiben. Die Bevölkerung würde tatsächlich gesünder werden, indem im Zuge der Konfrontation mit dem Coronavirus jeder danach trachtet, sein individuelles Immunsystem zu stärken.

Der negative Stress (Distress) ist die Hauptursache von Immunitätsschwäche. Die von der Regierung angefachte Angst und die von den Medien aufgeheizte Panik untergraben die Gesundheit. Um sich zu retten, ist das Gegenteil von dem zu tun, was gegenwärtig von den Regierungen gefordert wird.

Image for post
Image for post

Um die Coronavirus-Epidemie gesund zu überstehen, muss der Einzelne individuell seine Immunität stärken. Dazu bietet die medizinische und psychologische Forschung viele Empfehlungen:

Ganz im Gegensatz zu einer Ausgangsbeschränkung und der Einschläferung weiter Teile der Wirtschaft, sollten die Menschen raus aus dem Haus, den Körper dem Licht der Sonne aussetzen, Spazieren gehen, und gute Gesellschaft genießen. Man sollte jeden Stress vermeiden, der mit Angst um den Beruf, das Geschäft und die wirtschaftliche Zukunft einhergeht. Man sollte sich keine Sorgen um die Ersparnisse oder um die Altersversorgung machen müssen. Um das Immunsystem zu stärken, sollte man möglichst frisch angeliefertes Obst und Gemüse essen und einen guten Proteinspiegel aufrechterhalten. Man sollte ohne Angst und Sorge tief schlafen. Wer religiös ist, sollte Trost und Vertrauen im gemeinsamen Gottesdienst suchen.

Besser als viele Pillen sind eine ordentliche Portion Sauerkraut — ein hervorragend gesundes Nahrungsmittel, das der fehlgeleitete Zeitgeist zu Unrecht verschmäht.

Diese natürlichen Mittel, sich gegen Infektionskrankheiten zu wappnen, sind nun durchwegs verboten oder stark eingeschränkt und Regierung und Medien erzeugen Angst und Schrecken. Die staatlichen Maßnahmen führen dazu, dass die Menschen eher an der erzwungenen Isolation und der Panik als am Virus selber krank werden. Die Regierungspolitik konzentriert sich auf die Geschwindigkeit der Verbreitung des Virus. Indem die staatlichen Stellen versuchen, die Ansteckungsrate zu verlangsamen, sperren sie Menschen ein und schaffen Massenarbeitslosigkeit.

Während es zweifelhaft ist, ob diese Maßnahmen die Ansteckungsrate eindämmen — einige Quellen sagen, dass das Virus bereits durch die Bevölkerung gelangt ist -, schwächen die getroffenen Maßnahmen das Immunsystem. Auf diese Weise macht die Regierung die Menschen anfälliger und am Ende provoziert die Politik mehr Todesfälle als das Virus selbst.

Die mathematischen Prognosemodelle der Virusforscher sind unsicher. Kleine Änderungen mit den zu schätzenden Variablen führen leicht zu großen Unterschieden im Ergebnis. Auch gibt es anerkannte Fachstimmen, die das Modell der sozialen Distanzierung für ganz falsch halten. Demnach verhindert die Isolation die rasche Durchdringung der Population mit dem Virus und so verzögert sich die Herstellung der sogenannten Herdenimmunität.

Der Vergleich des libertären Ansatzes mit den autoritären kollektivistischen Verfahren, die von den Regierungen ergriffen wurden, zeigt die zutiefst autoritäre Denkweise, die auch unter der demokratischen Regierungsform herrscht.

Die Regierungen haben tiefgreifende Maßnahmen ergriffen, die von Fakten und Daten nicht gesichert sind. Selbst Monate nach Ausbruch der Epidemie bleibt die wahre Dimension der Bedrohung unklar. Obwohl es noch zu früh ist, die genaue quantitative Dimension der Krankheit als Folge von COVID-19 zu kennen, sind ihre sozioökonomischen und politischen Auswirkungen bereits sichtbar geworden.

Die Wirtschaft liegt in Trümmern, und es wird lange dauern bis sie sich erholt hat. Es geht jedoch nicht nur um das materielle Wohlbefinden, sondern auch um die psychologischen Auswirkungen. Den sozialen Kosten wird wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Der erzwungene wirtschaftliche Stillstand hat einen tiefen Vertrauensverlust mit sich gebracht. Die Panik zerstört nicht nur Geschäftskapital und finanziellen Reichtum, sondern untergräbt auch das soziale Kapital der Nation und erodiert das Rechtswesen.

Regierungen, die der harten Kontrolllinie folgen, wie die Vereinigten Staaten und viele europäische Länder, installierten von einem Tag auf den anderen eine Herrschaft, die nur die großen Diktatoren des vergangenen Jahrhunderts hätten wünschen können. Das Ergebnis ist eine weitgehende Einschränkung des Privateigentums und der Grundrechte.

Selbst in den Vereinigten Staaten bot die Verfassung keinen Schutz vor der Verletzung der Menschenrechte.

Regierungen greifen auf eine Weise in das Privatleben der Menschen ein, die den schlimmsten Diktaturen der Vergangenheit nahekommt. Für welche Diktatur wäre es nicht praktisch, das Recht wegzunehmen, sich zu einer politischen Demonstration zu versammeln, dies mit dem Verbot von gemeinschaftlichem Gottesdienst zu verbinden, und beides mit einer Virusepidemie zu begründen. Während die Regierung und ihre gehorsamen Massenmedien die Panik mit einer Flut von Desinformation anheizen, werden soziale Medien angegriffen, wenn einige gefälschte Nachrichten in Umlauf kommen.

Die Regierungen haben fast die gesamte Volkswirtschaft in eine gesellschaftliche Narkose versetzt und versprechen, dass das Wirtschaftsleben nach dem Weckruf wie zuvor florieren würde. Dies ist die größte Lüge der vielen Lügen, die Regierungen in vielen Ländern wie im Chor verkünden. Selbst wenn die Sperren bald fallen sollten, ist der Schaden nicht mehr gut zu machen. Wirtschaft und Gesellschaft werden anders sein als früher und wir werden in einer fremdartigen Welt aufwachen.

Image for post
Image for post

So wie wenn die Zerstörung der Wirtschaft nicht genug wäre, versprechen die Regierungen auch, sich mit einer Geldlawine um die Folgen der Wirtschaftskrise zu kümmern, die sie selber hervorgerufen haben. Die gebeutelte Öffentlichkeit lobt die Regierung für ihre Fürsorge, aber man ignoriert dabei, dass das, was man mit dieser staatlich geförderten Geldschöpfung vielleicht bekommt, man bald wieder verliert, wenn die Inflation hereinbricht. Zuerst verliert man den Job oder den eigenen Betrieb aufgrund der Wirtschaftskrise, dann schmelzen durch die Preissteigerungen die Ersparnisse weg, falls man noch welche hat.

Die Coronavirus-Krise hat gezeigt, wie einfach es ist, von einem Tag auf den anderen eine Diktatur zu errichten. Alles, was es braucht, ist eine Regierung, die dies tun möchte und die einen Propaganda-Apparat zur Verfügung hat, der die Notwendigkeit der Unterwerfung rationalisiert — wie zweifelhaft die Bedrohung tatsächlich auch sein mag.

Image for post
Image for post

Selbst Monate nach dem Beginn des Ausbruchs der Epidemie sind die Regierungen immer noch nicht bereit oder nicht in der Lage, ihre Taten mit vertrauenswürdigen Fakten und Daten zu rechtfertigen. Politiker wissen, dass es besser ist, an falschen Entscheidungen festzuhalten, als Fehler zuzugeben. Auf ihre rücksichtslose Art ignorieren sie den durch die Kontrollmaßnahmen verursachten, immensen Schaden, verhalten sich aber so wie hartgesottene Kriminelle, die sich weigern, ihre Tat zu gestehen, auch wenn ihre Schuld offensichtlich ist.

Image for post
Image for post

Man hätte ohne Staat mit der Virusepidemie fertig werden können, aber der Regierungsapparat hat mit Macht zugeschlagen und ein Trümmerfeld hinterlassen. Es wird lange dauern, um das Wohlergehen der Menschen wiederherzustellen.

Written by

Dr. Antony P. Mueller is a German professor of economics who currently teaches in Brazil. See his website: http://continentaleconomics.com/

Dr. Antony P. Mueller is a German professor of economics who currently teaches in Brazil. See his website: http://continentaleconomics.com/

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store